Bürgerrechtler im MfS © BArchiv, Bild 183-1990-0905-029 / Uhlemann
Anfang September 1990. Der Einheitsvertrag ist unterschrieben und in weniger als einem Monat wird der Tag der deutschen Einheit gefeiert. Für eine weiterhin friedlich verlaufende Wiedervereinigung scheinen alle Wege geebnet. Es ist geschafft, die Zeit des Protestes ist vorbei. Oder doch nicht? Eine Gruppe von Bürgerrechtlern verbarrikadiert sich am 4. September 1990 in Räumen der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit und hält diese einen Monat lang besetzt. mehr
Das Innenministerium der Bundesrepublik in Bonn am 30. August 1990. Die Macher des deutsch-deutschen Einigungsvertrags, Günther Krause, Parlamentarischer Staatssekretär beim Ministerpräsidenten der DDR, und Wolfgang Schäuble, Innenminister der Bundesrepublik, treffen sich, um den Vertragstext abzufassen. Die vierte und letzte Runde der Verhandlungen zum Einigungsvertrages ist abgeschlossen. Die heiklen Themen sind entweder geklärt oder die Lösung der Fragen ist, wie im Falle der Regelung des Schwangerschaftsabbruchs, bis auf weiteres verschoben. mehr
Am 24. August treffen sich die Abgeordneten der Volkskammer zur dritten Verhandlungsrunde zum Einigungsvertrag. Die wichtigsten Punkte sind bereits abgeklärt, doch einige strittige Fragen stehen noch im Raum. Eine der umstrittensten: Was soll aus den Stasiakten werden? mehr
Zwei Uhr morgens am 23. August 1990. Die Abgeordneten warten im Saal der Volkskammer auf das Ergebnis ihrer Stimmabgabe. Seit dem Vorabend dauern die Gespräche der 30. Tagung der Volkskammer. Gerade wurde über einen Antrag der CDU/DA, DSU, SPD und FDP abgestimmt, der den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes entsprechend Artikel 23 mit Wirkung zum 3. Oktober 1990 festlegen soll. Dieser baldige Beitrittstermin wird unter der Annahme gewählt, dass die für eine erfolgreiche Wiedervereinigung nötigen Ergebnisse der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen, sowie des Einigungsvertrages bis dahin erzielt sein werden. mehr
August 1990. Die Regierung der DDR steht auf wackeligen Füßen. Schon gleich nach der Wahl zur 10. Volkskammer im April, aus der das Wahlbündnis Allianz für Deutschland gemeinsam mit den Liberalen mit der Mehrheit hervorgegangen war, ist es offensichtlich, dass die wichtigen Entscheidungen, die die umfangreichen Umwälzungen der Wiedervereinigung mit sich bringen werden, nicht im Alleingang lösbar sind. Für Verfassungsänderungen wird in der Volkskammer eine Zweidrittelmehrheit benötigt, die nur in einer Großen Koalition mit der SPD zu erreichen ist. Doch die wirtschaftlich niederschmetternde Situation der DDR rüttelt an den Nerven der Abgeordneten und lässt sie auf eine schnelle Wiedervereinigung drängen. mehr
Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 verschwindet die DDR von der politischen Landkarte – und mit ihr ihre Bezirke. An ihre Stelle treten fünf neue Bundesländer, deren Wiedereinführung am 22. Juli 1990 beschlossen wird. Das Ländereinführungsgesetz bleibt jedoch nicht ohne Kritik. Besonders im neugebildeten Freistaat Sachsen führen die Reaktionen der Kritiker zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bürgern, Kreistagen und der DDR-Regierung. mehr
Die grundsätzliche sowjetische Zustimmung zur deutschen Einheit im Februar 1990 hat der Wiedervereinigung weitgehend den Weg geebnet. Doch was ist mit der Zugehörigkeit Gesamtdeutschlands zur NATO und der uneingeschränkten Souveränität des neu entstehenden Staates? Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen ist der Kaukasus-Gipfel als jener Tag in Erinnerung geblieben, an dem die deutsche Einheit und die Zukunft Europas von zwei Männern in Freizeitkleidung entschieden wird. Am 16. Juli 1990 treffen sich Bundeskanzler Kohl und der sowjetische Präsident Gorbatschow im Kaukasus zu einem Gespräch in entspannter Atmosphäre... mehr
Die Mauer ist gefallen. In der DDR hat es freie Wahlen gegeben. Deutschland steht vor der Wiedervereinigung und am 8. Juli gewinnt die deutsche Nationalelf auch noch die Weltmeisterschaft. Scheinbar reibungslos fügt sich der Fußballtriumph in die Wiedervereinigungsfreude ein. mehr
1. Juli 1990. Mit der Einführung der D-Mark in der DDR, dem Wegfall der Kontrollen an den innerdeutschen Grenzen und den Notaufnahmeverfahren für Übersiedler erfolgen entscheidende Schritte zur staatlichen Einheit. Um Mitternacht tritt die Wirtschaft- und Währungsunion in Kraft, die für die DDR, neben dem aus für die Ost-Mark, auch den endgültigen Abschied von der Planwirtschaft bedeutet. Doch die Öffnung der DDR-Wirtschaft zum Weltmarkt führt binnen kürzester Zeit zu ihrem Zusammenbruch. mehr
Die Zeit drängt, daher müssen die Parlamentarier sehr kurzfristig entscheiden. Die Lage der gesamten Volkswirtschaft und vor allem ihrer großen Betriebe ist über die Maßen unsicher, auch die mittelfristigen Konsequenzen des von der Koalition eingebrachten Treuhandgesetzes liegen im Dunkeln. Auf allen Beteiligten lastet das ungute Gefühl, dass das hastig zur Abstimmung gestellte Paket gravierende ökonomische Folgen haben wird – für den überschuldeten Staat, für seine Unternehmen, aber auch für Millionen Beschäftigte. Am Ende beschließt die Volksvertretung das Gesetz mit der Mehrheit der Koalition. Genau vor 20 Jahren. mehr
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